Wednesday, 25 March 2020

Tag 11 - Hah, der Wurm

Ja, irgendwie war heute morgen der Wurm drin. Wahrscheinlich weil ich mich erst um 4 Uhr heute morgen gezwungen haben ins Bett zu gehen und das Gefühl habe, als ob die Arbeit am Sonntag mir immer noch in den Knochen steckt - mir ist ständig kalt (aber kein Fieber, eher Untertemperatur) gepaart mit Schlafmangel...). Dann ist es auch kein Wunder, dass wir Mädels die Morgenrunde verschlafen, der Hund mit einer abgespeckten Version sich zufrieden geben muss und dass wir uns generell etwas beeilen müssen, um um 9 Uhr an den Schreibtisch zu sitzen... Hinzu kommt, dass der Wochenplan von Little Miss Madam diese Woche ziemlich abgespeckt ist und sie fast schon mit allem durch ist. Da muss ich uns wieder Materialien besorgen!


Und ab da, läuft der Tag ein wenig wie die anderen. Nur sind die Online Anrufe häufiger und somit kann ich nicht auf die Minute genau Little Miss Madam mit neue Aufgaben versorgen und toll fand sie das nicht. Am Ende passten wir die Zeiten die Verschiebung im Plan an und sind mehr oder weniger gut durchgekommen. 

Nach der Arbeit stellte ich den Dachboden auf dem Kopf, auf der Suche nach meine Blockflöte. Little Miss Madam würde es gerne lernen, es hilft aber wenn ich dann auch eins hätte. Ansonsten muss ich weiter gucken.

Son #2 kommt derweilen entsetzt in die Küche gestürmt, seine Freunde beschweren sich alle über eine Mail dass ich an die Eltern der Klasse weitergeleitet habe: eine Mutter hat ein Rundschreiben vom Basketballverein ALBA bekommen, dass sie virtuelle Sportstunden (täglich) für Kinder aller Altersklassen zur Verfügungen stellen, und mich drum gebeten, diese Info zu verteilen. Und als Elternvertreterin, zu mal der Inhalt nicht uninteressant ist, habe es getan. Jetzt dürfen Son #2's Freunde etwas früher aufstehen und Sport machen, sehr zu ihren Unmut *lol* Obwohl ich drauf tippe, dass die Eltern wahrscheinlich eher mit einem Augenzwinkern ihre Teenies zu Kita Sport um 9 Uhr verdonnern wollten ;-) 

Naja, da meine Blockflöte unauffindbar scheint, begeben Little Miss Madam und ich uns an eine Schachstunde. Sie lernt schnell. Son #1 bekommt dann aber auch die Nachrricht, dass, wenn er Glück hat, die Abiklausuren gestrichen werden und man stattdessen über ein Durchschnittsabitur nachdenkt. Ich weiß nicht ob ich das gut finde. Irgendwie schon, aber ich hoffe auch, dass sein Abi dann auch als Gleichwertig angesehen wird. Luxusprobleme im Ausnahmezustand...

Tag 10 - Wochenstart

Schon irgendwie erstaunlich, dass unsere heutiger Alltag nichts mit dem vor zwei Wochen zu tun hat. Und doch bildet sich eine alltägliche Routine. 

Little Miss Madam nutzte die Morgenrunde um einen Brief an ihre Kousine zu schicken, und auf dem Weg dorthin sahen wir die Mutter einer Freundin von ihr. Wo ich sonst zurück gegegangen wäre um mich ein wenig zu unterhalten, beschränkte sich das heute auf Winken und weiterlaufen. Kontaktverbot ist die Devise. Und ab heute wirklich nur mit Ausweis (auch für die Kleine) unterwegs zu sein.

letter corona


Immer wieder hören wir die Hubschrauber von der Bundespolizei kreisen. Wo wir sonst gedacht haben, dass wieder jemand gesucht wird, wissen wir jetzt, es wird überwacht dass wir uns nicht gruppieren. Irgendwie unheimlich. Und aus irgendeinen Grund muss ich in den letzten Tagen immer wieder an die "Hunger Games" denken, wenn mir das bewusst wird, dass wir zur unsere eigenen Sicherheit immer strenger bewacht werden.

Zwischendurch wieder ein Betriebsmeeting (online natürlich), wo wir über die momentane Situation informiert werden. Wo wir vorher freiwillig von zu Hause aus arbeiten dürften, sollen wir jetzt nur in Ausnahmefällen und mit Absprache unsere Chefs rein ins Büro. Home Office ist bis auf Weiteres unser Arbeitsort.

Der Deadline bei meinem Arbeitsprojekt rückt näher und ich hab das Gefühl ich komme nicht weiter, also ran an den Schreibtisch (bis in die frühen Morgenstunden). Aber der eigentilcher Ablauf der zwei Jüngsten und ich steht. In der Mittagspause wird der Haushaltsaufgabenplan erststellt und meine Aufgabe - der Essensplan und Einkaufsliste - dann auch erledigt. Husband muss später dann auf Schatzsuche gehen: Für eine Woche hätten wir noch Klopapier, danach könnte es kritisch werden, also sollten wir auf jedenfall was mitbringen, falls wir irgendwo was sehen...

Nachmittags steht für Little Miss Madam Kunst an, da malt sie das Regenbogenbild "Alles wird gut" und wir hängen es im Fenster auf. Ab dann bricht bei uns der Regenbogenfieber aus *gg* Als ich kurz nicht mehr weiter weiß mit meinem Projekt, schnappen wir Mädels die Fingermalfarben und dekorieren oben im Treppenhaus das Fenster auch noch mit Regenbögen und Botschaften.

rainbows against corona


Währenddessen kommt Husband nach Hause und meldet, vieles hätte er beim Einkaufen nicht mehr bekommen. Also merken: Essensplan ist super, improvisieren ist aber auch gut!

Als Little Miss Madam schläft, setzte ich mich wieder an mein Arbeitsprojekt. Vor- und Nachteile von Home Office: richtig Feierabend zu machen wird schwer - aber dafür kann man mit einen Glas Rotwein das Programmieren erleichtern ;-) Prost!

Monday, 23 March 2020

Tag 9 - Ode to my Garden

Auch wenn wir bewusst lange liegen geblieben sind heute, waren wir trotzdem um halb zehn am gedeckten Frühstückstisch. Aber uns geht's gut, und dass ist die Hauptsache. Wir stellen alle gerade fest, wie unwirklich die Tatsache ist, dass wir so viel unverplante Zeit haben und schätzen es zur zeit sehr - hoffentlich bleibt es auch in Zukunft so.

Die wenige aufregende Sachen wie Wäsche bügeln, waschen, ... hatte ich heute morgen auch auf den Schirm, während die Kids das machten, was sie am liebsten Sonntag morgens machen - nämlich so wenig wie möglich. Und ich nutzte das gute (und windige) Wetter aus, um zum ersten Mal dieses Jahr die Wäsche draußen aufzuhängen Erst gegen Mittag waren wir dann alle im Garten.

Und wir haben einiges geschafft. Es ist Unkraut entfernt worden, gefegt, die Erdbeeren im Hochbeet umgepflanzt (sie tauschten Seiten mit den Kräutern damit sie mehr Sonne abbekommen und die Kräuter nicht so schnell verbrennen) die Gartenmöbel stehen parat und der Sonnensegel ist gespannt. Wir sind wettertechnisch sehr optimistisch nach den ganzen Regenwochen. Jetzt hoffe ich nur, dass die Umpflanzaktion trotzdem geglückt ist, obwohl es Nachts noch kalt werden soll... Wir werden sehen.

garden work raised flowerbed corona


Beim im Garten rumrennen war es mir so warm, dass ich nicht merkte, dass ich wohl im kälte Zug stand und verbrachte den Abend bibbernderweise auf die Couch. Erst als Husband sich vergewissert hatte, dass andere Symptome wie Husten, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, etc. nicht vorhanden waren, beruhigte er sich. Aber das ist wahrscheinlich die neue Realität. Aber dank Couchliegen dachte ich dran die Nachrichten anzuschalten - heute war wieder ein Länder-Bund-Konferenz. Und zum Glück, keine Ausgangsbeschränkung oder -sperre, wie es sich einige gewünscht haben, aber ein Kontaktverbot und 'Versammlungen 3+ Leute strengstens verboten' - es soll auch Strafen mit sich herziehen.
Da wir schon die letzte Woche so leben, ändert es nichts für uns.

Und ich habe herausgefunden, dass unsere Wellis anscheinend unsere Tapete mögen... Es gibt nichts, was es nicht gibt!

budgies like wallpaper corona

Sunday, 22 March 2020

Tag 8 - ein entschleunigter Samstag

Ich war sehr gespannt auf heute. Aber im Endeffekt war es fast wie ein normaler Samstag, nur der Druck ein 'Wochenendprogram' anzubieten und zu planen, fiel weg. Und das tat richtig gut. Wieder zum Merken nach dem diese Situation einigermaßen im Griff ist.

Wir sind für unsere Verhältnisse lange liegen geblieben und dann war es schon fast so spät, dass wir die Teenies dirket mit aus dem Bett schmeißen. Dann die Aufgaben im Haushalt aufgeteilt und ich hatte den Bonus einkaufen zu dürfen. Und das war irgenwie surreal. Im Discounter hielten sich die meisten an die empfohlene Abstandsregeln, der Parkplatz war halb leer, was für die Uhrzeit sowieso schon unnormal ist, und auch beim Einkaufswagen abholen, schon in Abstand, eins nach dem anderen... Und mir sind zum ersten Mal Menschen mit Atemschutzmasken und Handschuhe entgegengekommen. Nicht gruselig, aber wie schon gesagt, irgendwie surreal.

Im anderen Supermarkt war es ähnlich, nur fielen die Paare auf, die eigentlich in der Risikogruppe zugeordnet werden können. Die Aufkleber auf dem Boden die Abstand markieren sollen wurde ignoriert, auch den Abstand zu Leute vor ihnen überhaupt nicht beachtet. Bei mir war ein Paar so dicht auf den Fersen, obwohl die Verkäuferin an der Frischtheke ihren Abstandsprogram erklärt hat, das ich selber immer weiterrutschte bis zum Fisch um auf meinen heißgeliebten Cheddar zu warten. Ich verstehe es, wenn sie überzeugt sind dass sie es nicht haben. Sie wissen aber nicht, ob ich eventuell den Virus mittrage - oder gar die Verkäufer - und wir es alle nur noch nicht wissen. Und ich glaube, für den meisten von uns ist es schlimmer zu wissen, dass wir andere unbeabsichtigt angesteckt haben als das wir uns selbst damit infiziert haben (obwohl das auch mist wäre!)



Ich war auf jeden Fall froh, wieder zu Hause zu sein wo man die "Wirklichkeit" ein bisschen vor der Haustüre abstellen konnte. Mein Forsythie hat Husband eingepflanzt und ich war hin und hergerissen von Backen vs. Gartenarbeit. Meine Familie entschied sich dann für Apfelstreuselkuchen. Little Miss Madam hat mich tatkräftig unterstützt und damit ging das Backen noch flotter als sonst. Und weil das alles so schön war, habe ich mich an Scottish Tablet gemacht und in der Familiengruppe einen Bild geschickt - ein bisschen Geschwister Zanken muss auch noch für mich drin sein und die neue Medien machen es zum Glück möglich :D


Dann wurde noch RegenCheck bei den Eltern und Freunde via Telefon gemacht, und anschliessend das Fahrrad von Little Miss Madam überprüft und zum ersten Mal in diesem Jahr probegefahren. Der Hund dürfte auch mit und die kältere, frische Brise um die Nase tat uns allen gut. Und wieder zu Hause merkte ich, dass ich heute kaum auf die Uhr geguckt habe. Wozu auch? Es hetzt uns ja nichts.

In diesem Sinne: bleibt gesund und #stayathome!

Saturday, 21 March 2020

Tag 7 - Die erste Woche ist fast geschafft

grey walk corona
Schon fast traditionell - Little Miss Madam und ich nutzten die frühe Morgenstunden für den Hundespaziergang und hatten tatsächlich Gegenverkehr im Wald. Macht nix, dafür kraxelten wir den Hügel hoch und genossen einen schönen, etwas grauen Ausblick von noch höher oben. Aber das Grau "hat auch was schönes, geheimnisvolles" erklärte mir meine Tochter. Und auf dem Weg entdecken wir doch noch ein buntes Narzissen Fleckchen und ein Entenpaar, dass sich wegen dem Hund schon abhauen wollte.
daffodils corona



Derweilen spitzt sich die Corona Lage in ganz Europa etwas zu. Mehrere hundert sind in Italien gestorbern, der RKI warnt von der exponentiellen Wachstum in Deutschland und alle werden leicht paranoid sobald sie ein Kratzen im Hals haben. Und Worst Case: hinter dir in der Schlange an der Kasse hustet oder niest einer...

ducks corona
Davon bekommen wir im Home Office nicht wirklich viel mit. Little Miss Madam und Son #2 sind schon fast fertig mit ihre Aufgaben für die Schule gewesen. Und hätte ich nicht 'extra' Stunden im Stundeplan aufgeschrieben wären sie jetzt am LangeweilePunkt angekommen. Die erste Nachrichten von Freunden trudeln über WhatsApp rein: von fast Urlaubsstimmung ist die Rede. Und ich kann nur staunen. So lange ich noch Home Office habe und die Schularbeiten der Kids mit koordiniere, sind wir vom Urlaubsstimmung weit, weit, weg. Ich freue mich wie jeden Freitag auf den etwas mehr entspanntes Wochenende :D Und dafür ist es ein Segen, dass ich die nächsten Wochen wirklich vom Home Office arbeiten kann. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen, wie eine fast Sommerferien Länge in den eigenen vier Wänden aussehen wurde.

Nach einem langen Freitag 'im Büro', dass sich trotz grauer Draußen Pause, irgendwie in die Länge zog, kramten wir endlich lang vergessene Gesellschaftsspiele heraus und vertrieben und so die Zeit am Abend. Dazu noch selbst gebackener Pizza - das Wochenende kann kommen.
games corona

Und als kleiner i-Tüpfelchen: kurz bevor das Handy in Wochenendmodus geschickt wird, die Warnung von Schnee und Eis. Dann haben wir wenigstens was anderes zum bereden morgen!!
wetter corona

Friday, 20 March 2020

Tag 6 - und täglich grüßt das Murmeltier

Der vorletzter Tag der Arbeits- und Schulwoche... Ich habe mich echt gefragt, ob es sich 'lohnt' hier weiter ein kurzer Tagesbericht zu posten, weil so wahnsinnig viel passiert hier nicht, und das was passiert ist selten aufregend *gg* Andersrum, ich poste für mich - und für meine Familie. Vielleicht, nach der "Corona Krise", werde ich diese Posts ausdrücken und gut weglegen. Und in später Zukunft, an einem Regentag in den Sommerferien, zufällig wieder drüber stolpern und meine Enkelkinder was zum vorlesen haben, dass ich selbst tatsächlich geschrieben habe. Oder wenn die Fragen kommen, "Granny, wie war das damals, wo keiner raus durfte wegen Corona...?"

Naja, bis dahin wird es wahrscheinlich noch ein wenig dauern. Und solange wir es noch dürfen, werden Little Miss Madam und ich den Hund frühmorgens auf eine große Runde raus begleiten - natürlich drauf achten dass wir auf Abstand achten bei Leute die wir eventuell begegnen können. Heute morgen wieder herrliches Frühlingswetter und tolle frische Luft und man vergisst tatsächlich das andere drum herum.

Zu Hause wieder das Gleiche: Hände waschen (was man sowieso nach dem Hundespaziergang und /oder nach Hause kommen macht), Frühstücken, und, und, und, ...
Und dann Mails lesen, Schulstoff organisieren und dann wir beide Mädels an den Schreibtisch. Telefonieren, Online Konferenzen, programmieren, rechnen, lesen, auf SchönSchreiben achten. Zwischendurch meldet sich Son #2 mit Fragen zu wie manche Aufgaben wohl gemeint werden könnten und derweil schläft Son #1 so, als hätte er echte Ferien. Das wird noch was werden mit ihm *seufz*

Die Draußen Pause nutzen Little Miss Madam und ich dafür, Springseil-Hüpfen zu üben und ich stelle fest, es macht immer noch so viel Spaß wie damals! Mensch, dass man dafür designierte Pausenzeit einführen muss ist irgendwie traurig. Aber das nehme ich hoffentlich mit in die Zeit wo wir dann wieder versuchen sollen in den bisher bekannten "normale" Zeit zurückzukehren.

Aufgrund meine Kopfschmerzen erlaube ich mir, eine halbe Stunde liegen auf der Couch. Erstens, muss es einen Vorteil haben wenn man von zu Hause aus arbeitet und zweitens, ist mein letztes Meeting auch ein spätes. Und so kann ich vermeiden Überstunden aufzubauen.

Danach wieder das gleiche wie am Morgen, nur der Schulstoff wechselt für Little Miss Madam. Es stehen Englisch und Sachkunde auf dem Plan. Und dann vertilgt meine kleine 1. Klässlerin tatsächlich einen Buch nach dem anderen. Ich freue mich total, dass wenigstens ein Kind genauso begeistert in Büchern liest wie ich! Und zum Glück habe ich noch etliche Bücher im Speicher oben für den Fall das hier unten das Lesestoff ausgeht...

Am Nachmittag dann die Nachricht das zwei Bekannte positiv auf den Virus getestet wurden. Dadurch aber, dass sie nach ihrem Urlaub sofort in Quarantäne gewesen sind, laufen die Weiterverbreitungschancen quasi gegen Null - hoffen wir alle hier zumindest. Die Hauptsache ist, dass sie den Virus gut überstehen und dass sie sich bald erholen. Dadurch dass es die ersten sind, die man beim Namen kennt, hat man das Gefühl, dass die ganze Sachen noch näher an einem heranrückt.

Husband ist heute arbeitsbedingt nach Köln geschickt worden, und das wo wir uns alle so wenig wie möglich bewegen sollen... Und so bremst man die Kurve aus? Klar, wenn wir alle unsere normale Wege gehen würden, wären fünf von uns täglich unterwegs und könnten uns anstecken. So ist es nur Husband . Und natürlich ich, wenn ich dann doch einkaufen muss. 4 von 5 zu Hause sind in der Hinsicht auf jeden Fall besser als keiner, das stimmt. Und wenn es hilft...
Copyright Gary Warshaw/SignerLab
Trotzdem scheinen viele die Ernst der Lage noch nicht erkannt zu haben. Die Kanzlerin Botschaft scheint die Situation noch nicht so ernst gemacht zu haben, dass manche auf ihre gewohnte Freiheiten verzichten wollen. Ich kann das Gefühl nachvollziehen, wirklich. Aber ich muss mittlerweile spätestens jetzt doch einsehen, dass wir alle mitmachen müssen. Und hoffen, dass die Zahl derjenige die mitmachen ausreicht um das Verhalten derjenigen, die nicht mitmachen, auszugleichen. Aber man fängt bei sich selbst und zu Hause an.

Ich merke auch jeden Tag was ich für tolle Kinder habe. Es hilft offen und unaufgeregt drüber zu reden - auch mit siebenjährige Kinder, erst recht mit Teenager. Wenn sie wissen wofür und noch die Schulsituation aka Home Schooling als eine willkomme Abwechslung in den Schulalltag begrüssen, dann macht sich das Trotz und die kleinen LagerKoller weniger ausgeprägt und viel leichter zu ertragen. Manchmal frage ich mich, ob ich so pflegeleicht gewesen wäre in ihre Situation. Und muss leider eingestehen, sehr wahrscheinlich nicht... 

Thursday, 19 March 2020

Tag 5 - Halber Shutdown?

Der Tag fing damit an, dass Little Miss Madam zu mir ins Bett gekuschelt kam, nachdem Husband zur Arbeit gefahren ist - er gehört zu den vielen die nicht die Möglichkeit haben im Home Office weiter zu arbeiten. Die Sonne schien durch die Ritzen der Rollos, es versprach ein wunderschöner Tag zu werden - wettertechnisch zumindest ;) Also hofften wir zwei, dass die meisten Menschen nicht auf die gleiche Idee kommen wie wir zu dieser Zeit, zogen uns schnell an, schnappten den Hund und genossen den Anblick auf die Stadt von oben. Nichts geht über ein schönen Frühlingsmorgen Spaziergang im Wald.
Day breaks Corona
Und die Sonne geht trotzdem wieder auf :)

Zu Hause wieder angekommen, hing ich mit der üblichen Routine ein wenig hinterher und die ersten Telefonkonferenzen stunden auch bald an. Naja, öfters wieder alles durchmischen, lautet hier die Devise gegen Langeweile. Und dann wieder Morgen Nach Plan: Little Miss Madam arbeitete weiter an ihren Schulstoff und ihr ausgesuchtes Projekt (Thema Hunde) und ich an meine Software. Son #1 und #2 schliefen derweilen und nutzten die Vorteile der Corona Ferien ein wenig länger aus als die Damen des Hauses *gg*

Wieder Pause im Garten - es verspricht im Moment doch ein schöner Frühling zu werden. Trotz Corona. Die Natur als solches interessiert dieser Virus herzlich wenig, was die Seele unheimlich gut tut! Noch ist auch die Laune der Kinder gut, was mich selbst auch wieder ein wenig beruhigt.
Breaktime Corona
Kreativ die Pause gestalten mit Softball Golf Parcours

Der Nachmittag am Schreibtisch verläuft genauso unspektakulär ab wie am Tag davor. Nur meine Kopfschmerzen werden schlimmer, trotz genug trinken und genug lüften/frische Luft. Wahrscheinlich liegt das an mein Arbeitsbereich, dass nicht so schön ergonomisch gestaltet ist wie die bei der Arbeit.

Fave-Sis meldete sich, dass sie wahrscheinlich in Kurzarbeit gehen muss. Dadurch dass der Einzelhandel nur für den täglichen Bedarf offen bleiben soll, wird ein wirtschaftliches weiterarbeiten nicht wirklich möglich. Einerseits erleichtert ihr das, das Betreuungsproblem. Andereseits kommen mit der Kurzarbeit andere Nebensächlichkeiten mithinzu.

Als wir hörten, dass die Kanzelrin eine Ansprache an das Volk richten würde, haben wir alle mit der Ausgangssperre gerechnet. Aber zum Glück war es nur der Appell an alle, dass man so wenig wie möglich mit anderen Leuten in Kontakt kommen soll, wenn das nichts bringt, müsste man andere Maßnahmen in Betracht ziehen. Na dann, schauen wir mal die Dinge die noch kommen...